Fujitsu Lifebook lädt Akku nur noch bis 65 %

Irgendwie habe ich ja ein Faible für ältere IT. 
Vielleicht liegt's daran, dass auch ich nicht mehr ganz taufrisch bin und daher so etwas wie Mitleid habe mit den Geräten, die zwar älter und nicht mehr aktuell sind aber dennoch ausreichende Möglichkeiten bieten und so gar nicht zum alten Eisen bzw. auf den IT-Friedhof gehören ... 

Used but beautiful …

Die Laptops von Fujitsu habe ich in den vergangenen Jahren als sehr stabil und alltagstauglich kennengelernt. Im Verlauf der Jahre habe ich mir immer wieder gut gepflegte, gebrauchte oder wiederaufbereitete Notebooks der E- und S-Serien für die verschiedensten Einsatzzwecke zugelegt. Bis jetzt bin ich nicht enttäuscht worden, alle Notebooks laufen immer noch tadellos und zu ihrem Zweck mehr als ausreichend schnell. Sie haben eine Menge Schnittstellen und Steckplätze der unterschiedlichsten Art bis hin zu LTE-Modulen und gegen Zusatzakkus tauschbaren DVD-Brenner. Das macht sie natürlich x-mal schwerer, wie die aktuellen, ultradünnen Laptops, die Frau gerne in der Handtasche herumträgt und auf dem Besprechungstisch präsentiert. Aber das ist auch nicht der natürliche Lebensraum dieser Arbeitslaptops. Unter den gleichen Gesichtspunkten habe ich diese Laptops gerne Kunden empfohlen und ich war bisher immer ausgesprochen zufrieden mit den Geräten.

Bis ich in die Akku-Falle getappt bin …

Augen auf bei der Updateinstallation

Zugegeben, der 14″ Zoll Laptop vom Typ Fujitsu Lifebook S782 hat schon 9 Jahre laut BIOS-Event-Logging auf dem Buckel, sieht aber aus wie gestern gekauft und funktioniert mit einer guten Ausstattung (u.a. 256GB SSD, i5-3320M CPU, 8GB RAM, MS Windows 10 Pro) mehr als ordentlich für Office-Standardaufgaben. Die vorhandene Webcam macht es auch HomeOffice-tauglich – unter Pandemiebedingungen ein wichtiges Feature.
Der Akku hat nur noch eine kurze Laufzeit – das war bei dem möglichen Alter des Laptops zu erwarten.

Dieser Umstand hat mich dann auch dazu verleitet, das vom System nach Neuinstallation angebotene Akku-Pflegetool „Battery Charging Control Update Tool“ zu installieren.

Den deutlichen Hinweis – dass sich die Änderung der Firmware danach nicht mehr rückgängig machen lassen würde, habe ich fröhlich ignoriert. Ich wollte ja vorsichtig sein und dem altersschwachen Akku nur Gutes tun damit.

Was macht das Tool nach der Installation?

Es begrenzt die Ladung des Akkus auf 65%. Ok – für einen altersschwachen Akku sicherlich sinnvoll, bevor der zu brennen anfängt. Da der alte Akku dann aber auch diese 65%tige Ladung zu schnell verlor, musste letztlich ein neuer Akku her – natürlich einen originalen Akku. Damit genug Laufzeit zusammenkommt, habe ich dem Laptop noch den originalen Austauschakku für den DVD-Laufwerksschacht gegönnt.
Beide habe ich gut gelaunt eingebaut und über Nacht im ausgeschalteten Laptop geladen. Die gute Laune war spontan verflogen, als ich morgens feststellen musste, dass auch diese neuen, ungebrauchten Originalakkus nur bis 65 % geladen wurden.

WTF ???

Nach einiger Recherche im Netz habe ich Hinweise von ebenfalls Akku-geplagten Usern gefunden, wie diese dummerweise eingerichtete Begrenzung der Aufladung wieder entfernt werden könne:

– Deaktivierung im Autostart aller drei Fujitsu-Programme, die sich mit Akku befassen,
– Deinstallation des Microsoft ACPI Kontroll… Akku-Treibers im Gerätemanager
– Herunterfahren Laptop und Neustart mit Netzteil ohne Akku
– Wiedereinsetzten Akku… und schon lädt er bis 100%!!!

Schön wär’s ….

Bei mir brachte dieser Vorgang lediglich die Erkenntnis, dass die vorhandenen Akkus entgegen der zuvor vom System gemeldeten Einzel- und Gesamtkapazität von 65% tatsächlich mit 72% (Standardakku) und 81% (Akku im DVD-Laufwerksschacht) geladen sind. In der Microsoft’schen Akku-Mathematik ergibt das eine Gesamtkapazität von 75%.e
Das war’s dann aber auch – mehr passiert nicht mehr. Die Akkus werden nicht weiter geladen, egal ob mit laufendem Betriebssystem oder ohne. Auch im BIOS gibt es keine Einstellungen, die das beeinflussen würden …

Es bleibt also wohl wirklich bei dem eingangs dokumentierten Versprechen der Begleitinfo zum Update, dass ich so hoffnungsvoll ignoriert habe.

Fazit

Nach wie vor gilt also der Spruch „never touch a running system“ – zumindest wenn man nicht unbedingt dazu gezwungen ist. Direkt einen neuen Akku zu kaufen, wäre die klügere Entscheidung gewesen und das Update wäre gar nicht nötig gewesen. Dazu passt dann der andere Schlauschwätzerspruch …. „nachher ist man immer klüger“ ….

Vielleicht ist irgendjemand schlauer als ich und liest meine Geschichte BEVOR er das Akku-Pflegetool von Fujitsu leichtfertig installiert. Ich befürchte jedoch, dass eher die Suche nach dem Ausweg nach der Installation die meisten auf diesen Artikel führen wird.
Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich nie => sollte irgendwer in die gleiche Falle getappt sein aber einen Ausweg gefunden haben, wäre ich für sachdienliche Hinweise sehr dankbar 🙂

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