Von wegen von gestern …

In Zeiten von Weareables, Cloudcomputing und virtuellen Systemen erscheint es etwas anachronistisch, sich mit 12 Jahre alter Hardware zu beschäftigen. Im digitalen Zeitalter eine lichtjahreweite Zeitspanne.

Das bringt natürlich Probleme mit sich. Die sind aber lösbar und machen sogar Spaß, weil man sich mal wieder mit zwei Fundamenten beschäftigt, die unser digitales Ökosystem zusammenhalten … Netzwerktechnik & Netzwerkprotokolle.
Ohne die beiden geht’s nicht – nimmt heutzutage aber kaum noch jemand wahr. Funktioniert halt einfach und Assistenten in jeder Soft- und Hardwareinstallation sorgen dafür, dass man damit auch tunlichst nicht in Berührung kommt.

Gestern Nacht sorgte mein aktueller Gesundheitszustand mal wieder dafür, dass an Schlafen nicht zu denken war. Also habe ich mich mit etwas beschäftigt, dass schon länger „herumlag“.

Die Ausgangssituation

Die Tochter hat studentisch-chronischen Geldmangel, der für Probleme beim Tonernachschub des Multifunktions-Tintenstrahler sorgt.
Eine Bekannte hat einen alten Brother HL-1430 s/w-Laser (aus 2003) ausgemustert und sogar noch eine frische Tonerkassette dafür. Das sichert über 30.000 Seiten Ausdruck und sollte bis zum Studierende ausreichen.

HL1430
Der Brother hat kein WLAN und keine Netzwerkschnittstelle – dafür aber USB und Centronnics. Das Letztere ist unter heutigen Dimensionen von Mini-USB & Co eine Schnittstelle für Grobmotoriker mit Hulk-Händen.

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Damit die smarte Techniksituation in der studentischen Wohnung nicht leidet, hat man natürlich auch gleich die Lösung parat, um das Schnittstellendefizit des altersschwachen Brother auszugleichen – einen noch älteren Printserver Netgear PS101 (aus 2002) mit Centronnics-Schnitstelle.
Tja – so etwas gibt es tatsächlich und tatsächlich funktioniert es auch noch. Zusammen sind Printserver und Drucker mit 24 Jahren allerdings auch älter als die Studentin.

Das Problem

Grundsätzlich besorgt sich dieser Printserver ebenso wie die weitaus meisten seine IP-Adresse sinnvollerweise per DHCP selbst aus dem Netz. Also im Zweifelsfall vom heimischen Router.
Ziemlich schnell steht nach dem Blick in die DHCP-Clientliste im Routermanagement fest :
Dieser Printserver wohl nicht – IP-Adresse ist offenbar fest eingestellt.
Natürlich wusste ich die IP-Adresse des Printservers nicht und natürlich hat dieser keinen Reset-Knopf, wie nach mehrmaligen, hilflosen Drehen des handlichen Gerätchens ein Blick in die noch im Netz verfügbare Anleitung zeigt.

Na prima. Und jetzt ?

Der Hersteller hatte ein Einsehen mit seinen hilflosen Usern und genau für diese Situation ein Tool bereitgestellt, um dem Teilchen eine neue IP-Adresse überzubrezeln, mit der man dann die Weboberfläche erreichen kann. Das ist neben diversen anderen Admin-Tools in der ebenfalls noch downloadbaren Softwaresuite von Netgear enthalten. Es heißt sinnigerweise IP-Setup und arbeitet problemlos – allerdings nur unter Windows.

Wie viele andere Gleichveranlagte, deren Posts zum gleichen Problem mit dem gleichen Printserver zuhauf im Netz zu finden sind, habe ich darauf natürlich keinen Blick verschwendet und sofort drauflosprobiert … „das muss doch irgendwie lösbar sein“.
Muss es auch, wenn man nämlich gar keinen Windows-Rechner betreibt und auch gerade keinen virtualisierten zur Hand hat.

Ist auch lösbar und macht sogar Spaß – wie, das zeige ich hier.

Viel Spaß beim Nachvollziehen.

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