Hat Laotse schon Internet gehabt ?

Ich bin mir nicht sicher ob der chinesische Philosoph Laotse nicht vielleicht doch schon das Internet vorausgesehen hat.
Oder zumindest die Telekom.
Vermutlich hat er aber eine Ahnung gehabt von dem, was für eine unheilige Allianz entsteht, wenn „Angst essen Seele auf“, und deutscher Regelungswahn mit kommunikativer Inkompetenz zusammenprallen:

Der nette Dickhäuter hat natürlich nichts mit der in diesem Artikel kritisierten Telekom gemein !

Dieses Zitat, das Laotse zugeschrieben wird, wurde mir heute in der Realität verdeutlicht.

Vorspiel

Eine Kollegin (sie beherrscht übrigens das lautlose Töten, tanzt grazil Ballett und beherrscht japanisch in Wort und Schrift ) weilt zur Zeit in der Heimat von CSI – in Miami.
Weil Sie daher die Sendung eines Konzertes Ihres Lieblingstenors nicht selbst aufnehmen konnte, bat Sie mich, dies für Sie zu erledigen.

Hauptakt

Ausgestattet mit Software, Termin, einem halben Dutzend Erinnerungen per iPhone, Email & Co. und was man als notorischer Terminautist so alles benötigt, habe ich fröhlich aufgenommen (was nur zur Hälfte funktioniert hat – aber das ist ein anderes Thema).
Alsbald kam mir die Idee, dass ich das Ergebnis der Kollegin doch per Download zur Verfügung stellen könnte.
Dann hätte sie doch die Möglichkeit, die Arien bei 38° am Strand von Miami Beach zu geniessen.

Gesagt – getan. Als Nerd von Welt besitzt man schließlich nicht umsonst ein gutes halbes Dutzend Cloudspaces. Man weiß ja schließlich nie, ob man nicht plötzlich und unerwartet Daten im Umfang der Abrechnungsdaten von Aldi Nord im ersten Halbjahr 2011 mal ebend irgendwem zum Download anbieten muss.

Oder eben ein 75 MB großes MP3-File.

Die Telekom hatte mir 25 GB Platz auf der magentafarbenen Wolke geschenkt, weil ich ja mein iPhone bei der Telekom betreibe.
Endlich also hatte ich einen Grund mich zu revanchieren und den Platz auch zu nutzen.
Auch wenn sich 75 MB in einem 25 GB-Space reichlich verloren vorkommen müssen.

Die Telekom-Cloud wird mit dem sogenannten Mediencenter verwaltet. Hier speichert man jegliche Art von Dateien und kann sie ebenso beliebig mit seinen Freunden teilen:

Man legt also einen Share an, lässt ihn passwortschützen und lädt die Datei hoch.

Dann gibt man den Share frei, schreibt mit einem Formular eine nette Nachricht und weist den Freund/den Bekannten auf die Downloadmöglichkeit hin.

Tragödie

Dieser wird nun von der Telekom mit einer bunten Email beglückt, in der er/sie auf den Download hingewiesen wird. In der Mail wird praktischerweise ein Button angeboten, der gleich zum Download führen soll.
Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass der Download paswortgeschützt sei und aus Sicherheitsgründen eine weitere Mail eintreffen wird, in der das Passwort mitgeteilt wird.

Toll, wie sehr die Telekom um die Sicherheit bemüht ist.

Wir warten heute noch auf diese Mail.
Sie kommt auch nicht.                                 (s. Nachtrag)
Denn es gibt nichts downzuloaden.
Die angeblich in den Share hochgeladenen Datei liegt tatsächlich im Rootverzeichnis des Cloudspeichers. Und da komme nur ich an sie heran.

Nachspiel

Versuche, sie in den Share zu verschieben, werden mit der Meldung beschieden, dass aus „lizenzrechtlichen Gründen keine Musikdateien in einen Share verschoben werden“ können.

Aha. Muss einem ja auch mal gesagt werden.
Passenderweise vielleicht gleich schon beim Versuch, sie in einen Share hochzuladen, oder beim Versuch, einen Share freizugeben, in dem nichts liegt. Oder irgendwann an irgendeiner irgendwie sinnvollen Stelle.

Die Telekom entscheidet sich lieber dazu, NICHTS zu tun.
Das aber mit sehr viel Mühe.

Laotse wusste das schon vor hunderten von Jahren … ich seit heute auch.

p.s.

STRATO macht nicht soviel Wind um lizenrechtliche Probleme von Musikdateien, deren Inhalt sie gar nicht bewerten kann.
Der Download war nach ein paar Minuten eingerichtet und die Prodzedur deutlich transparenter.
Die Mails sind auch nicht so bunt und man muss sich das Kennwort selbst ausdenken.

Nachtrag

Heute morgen fand ich im SPAM doch noch die Passwortmail der Telekom.
Sie haben sich sich nur reichlich Zeit gelassen mit der Mail. Zudem landete sie prompt im SPAM.

Ich wusste gar nicht, wie gut mein SPAM-Filter ist ….

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2 Gedanken zu “Hat Laotse schon Internet gehabt ?

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